Anlässe

Öffentlicher Vortrag vom 15. November 2018

Am Donnerstag 15. November 2018 lud der Samariterverein Grosshöchstetten die Bevölkerung zu einem öffentlichen Vortrag zu der Arbeit der Firstresponder des Kantons Bern in der Aula des Sekundarschulhauses ein. Beat Baumgartner, Rettungssanitäter STS, Präsident des Vereins Firstresponder BE und Rapidresponder informierte in einer spannenden Präsentation zur Entstehungsgeschichte und zu den Zielen der Firstresponder in der Schweiz. Beat Baumgartner, Rettungssanitäter STS AG, Präsident Verein Firstresponder, Rapidresoponder

5'000 Firstresponder im Kanton Bern in 5 Jahren

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheiden wenige Minuten über Leben und Tod. Heute sind rund 1'700 Freiwillige geschulte Firstresponder im Kanton Bern vernetzt und im Notfall innert kürzester Zeit einsatzbereit. In der Schweiz erleiden jedes Jahr 0.4 bis 1% von 1000 Personen einen Herzkreis-laufstillstand. Dies entspricht bis zu 8‘000 Personen pro Jahr. Über 80% dieser Patienten haben in den ersten Minuten nach dem Ereignis Kammerflimmern, das durch frühe Defibrillation mit gutem Resultat behandelt werden kann. Entscheidend für das Überleben sind die rasche Alarmierung der professionellen Rettungsdienste sowie unverzüglich zu ergreifende und ohne Unterbruch fortgeführte Wiederbelebungsmassnahmen. Nebst Thoraxkompressionen (Drücken auf den Brustkorb) und Beatmung ist die frühe Defibrillation einer der wichtigsten Eckpfeiler in der Rettungskette für eine erfolgreiche Reanimation. AED-Geräte (Laien-Defibrillatoren) sind an vielen öffentlichen Orten zugänglich und können somit von allen Personen bedient werden.

Warum Firstresponder? ·        

Die Überlebensrate nach einem Herzkreislaufstillstand sinkt (ohne sofortige Cardio-Pulmonale-Reanimation, CPR) um 10-15% pro Minute.Die mittlere Anfahrtszeit bei dringenden Einsätzen im Kanton Bern dauert 13 Minuten. Die wenigsten Patienten können innerhalb der kritischen Frist von 3-5min. erreicht werden.Sofortige Wiederbelebungsmassnahmen und das frühe Einsetzen eines AED (am besten in den ersten 5 Minuten), erhöht die Überlebenschance auf 50–70%.   Der englische Begriff Firstresponder (Erstantwortender), hat sich im deutschsprachigen Raum als Fachbegriff für „Ersteintreffender “ durchgesetzt. Die Firstresponder (FR) sind außerhalb des regulären Rettungsdienstes in Gruppen organisiert und bieten eine Form von koordinierter Ersthilfe an, welche das Zeitintervall bei medizinischen Notfallpatienten bis zum Eintreffen eines Rettungsmittels, mit einfachen Erstmassnahmen überbrücken.  

Das Aufgabengebiet der First Responder erstreckt sich auf:

  • LESOMA (Lebensrettende Sofortmaßnahmen, z.B. Lagerungen, Blutstillung)
  • BLS / AED anwenden
  • Betreuung von Patienten und Angehörigen
  • Einweisung der Rettungsmittel
  • Einsatzprotokoll / Rapport an Rettungsdienst
  • Mithilfe und Unterstützung des Rettungsdienstes (Medizinische Maßnahmen und Bergung)

Nebst den zahlreichen Firstresponder, sind im ganzen Kantonsgebiet mittlerweile rund 40 sogenannte Rapidresponder einsatzbereit. Rapidresponder sind Rettungssanitäter oder andere Fachpersonen, die in einem kantonalbernischen Rettungsdienst arbeiten und privat mit einem medizinisch voll ausgestatteten Rettungsrucksack ausgerüstet sind. Sie rücken wie die Firstresponder freiwillig in der Freizeit aus und können am Einsatzort die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken und allenfalls bereits medizinische Massnahmen (verabreichen von Infusionen und Medikamenten, Sauerstoffgabe, etc) ergreifen.

Der Weg zum Firstresponder

Die wichtigste Voraussetzung ist das Interesse und die Bereitschaft, Menschen in lebensbedrohlichen, medizinischen Notfallsituationen Hilfe leisten zu wollen. Schritt für Schritt:

  • Besuch eines BLS-AED-Komplett Kurses (Grundkurs 4 Stunden) nach SRC-Richtlinien auf eigene Kosten (oder gültiger Refresherkurs BLS-AED-Komplett)
  • Aktuell gültiger Ausweis/Bestätigung dieses Kurses vorhanden
  • Wohn-, Arbeits- oder gelegentlicher Aufenthaltsort befindet sich im Gebiet der Firstresponder Kanton Bern (sinnvoll, aber nicht zwingend)
  •  Anmeldung für die kostenlose Einführungsschulung für Firstresponder auf der Internetseite
  • Besuch der Einführungsschulung für Firstresponder
  • Alle weiteren Anforderungen sind erfüllt
  • Download der App Firstresponder auf Ihr Smartphone
  • Registrierung als Firstresponder in der App oder auf der Internetseite
  • Bezug des Einsatzmaterials beim zuständigen Rettungsdienst der Region.
  • Aktivierung des Profils in der App durch den Verantwortlichen des regionalen Rettungsdienstes
  • und nun kann es los gehen mit Ihrem ersten Einsatz als Firstresponder!

Der Verein firstresponder.be und das kantonale Amt für Geoinformatik haben gemeinsam eine AED-Karte für den ganzen Kanton Bern entwickelt. Sie macht auf einen Blick ersichtlich, wo sich die bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand überlebens-wichtigen AED-Geräte befinden. Und natürlich hofft der Verein firstresponder.be auf zahlreiche Erfolgsgeschichten, mit denen er seinem obersten Ziel näherkommt: Die Steigerung der Überlebenschancen beim beobachteten Herz-Kreislauf-Stillstand mit Kammerflimmern von 5 % auf 50 % in 5 Jahren. 

Rund 20 interessierte Personen haben sich den spannenden Vortrag von Beat Baumgartner angehört. Es hatte jedoch noch viele freie Plätze.

Anschliessend wurden die Gäste eingeladen, sich bei einem feinen Emmentaler Brunch mit selbstgebackenen Holzofenzüpfen aus dem Ofenhüsi in Ried auszutauschen und vertiefter zu der Arbeit der Firstresponder zu informieren. 

Auf der Homepage www.firstresponder.be finden sie weitere interessante Informationen und natürlich die Geokarte mit den Standorten der AED Geräten Der Verein Firstresponder finanziert sich durch Spenden und freut sich über jede Spende. E-Banking Zahlungsinformationen: Berner Kantonalbank AG 3001 Bern IBAN: CH49 0079 0016 9703 6692 8 lautend auf: firstresponder.be